Vegan für anfänger

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Hinterher isst man viel klüger. Von Papptellern tropft Bratenfett, auf dem Grillrost brutzeln Steaks. Auf Picknickdecken sitzen Gruppen von Menschen. Sie essen Salat aus Plastikdosen, tunken Baguettestückchen ajfänger Dipsaucen. Wenn du dich vegan ernähren möchtest oder jemand aus deinem Umfeld plant, in Zukunft auf tierische Produkte zu verzichten, sind dir diese Bedenken wahrscheinlich bekannt. Egal ob aus gesundheitlichen, ethischen oder ökologischen Gründen: Dem Entschluss, tierische Produkte vom Speiseplan zu streichen, folgt häufig erst mal ein Gefühl der Ratlosigkeit. Das ist bei der Fülle an Informationen auch durchaus verständlich: Gefühlt sagt jede Internetseite und jeder oft selbst ernannte Ernährungsexperte etwas anderes. Nicht zu vergessen die Kritik, die einem häufig durch das eigene Umfeld entgegengebracht wird: Nährstoffmangel, Langeweile auf dem Teller und Verzicht sind die häufigen Argumente. Doch keine Angst: Dieser Artikel zeigt, wie du dir als Anfänger in der pflanzenbasierten Ernährung die erste Zeit erleichtern kannst.

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Tipp 1: Vegan Leben ist eine persönliche Entscheidung

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Hinterher isst man viel klüger. Von Papptellern tropft Bratenfett, auf dem Grillrost brutzeln Steaks. Auf Picknickdecken sitzen Gruppen von Menschen. Sie essen Salat aus Plastikdosen, tunken Baguettestückchen in Dipsaucen.

In einer der Gruppen wird es plötzlich laut. Jemand beschwert sich über den fehlenden zweiten Grill. Das war doch so abgesprochen! Gemurmel wird laut, einige wollen ihn überzeugen zu bleiben, andere sind genervt.

Er halte es eh nicht aus in diesem Verwesungsgestank, sagt er, steht auf und geht. Der Veganismus-Trend — selbst in der Metropole Berlin, wo er seit einigen Jahren boomt, birgt er noch Konfliktpotenzial. Fleischesser fühlen sich angegriffen, Veganer unverstanden. Eltern erziehen ihre Kinder vegan und bekommen Gegenwind von wütenden Omnivoren.

Einige Ärzte warnen davor, vegane Ernährung umfasse nicht genügend Nährstoffe, um gesund zu bleiben — vor allem das Vitamin B12 fehle.

Aber was ist dran an den ganzen Vorurteilen gegen Veganer? Sind sie ideologisch verblendete Weltverbesserer — oder haben sie recht? Und verteidigen die Fleischesser eine längst überholte Strategie? Höchste Zeit, diesen Fragen nachzugehen. Ab jetzt. Eine Woche lang. Es ist kurz vor Ladenschluss und ich stehe vor dem Müsliregal im Rewe-Markt.

Die Kassenschlangen werden immer länger, trotzdem drehe ich jede Packung um, lese die Zutatenliste und stelle sie wieder zurück. Es ist Zeit, den Kühlschrank umzusortieren — mein Magen knurrt hörbar, und ich muss jetzt bereits mein milchfreies Frühstück für morgen planen. Ausgerüstet mit dem PETA-Einkaufsguide, einer App, die je nach Supermarkt viele vegane Produkte auflistet und sie mit kleinen Bildern und grünen Bewertungssternchen am Rand veranschaulicht, navigiere ich durch die Regalreihen.

Mit 20 Euro nicht viel teuer als ein nicht veganer Einkauf. Vor uns liegt ihre Sammlung mit veganen Rezepten, ein roter Ringordner mit farbig ausgedruckten Seiten.

Sieben Jahre lebe ich schon vegetarisch und komme erst jetzt auf die Idee, meine Ernährung umzustellen. Vegan zu sein ist mit meinem Lebensstil nicht vereinbar, dachte ich immer. Es bedeutet, entweder viel Zeit zum Kochen oder viel Geld zum Essen gehen zu haben. Und immerhin esse ich ja kein Fleisch.

Mit meinen ethischen Argumenten log ich mir immer etwas in die Tasche — wer Milchprodukte konsumiert, kann aus Sicht vieler Veganer auch gleich Fleisch essen.

Milchkühe landen schlussendlich auch beim Schlachter, die männlichen Kälber noch viel früher. Von jetzt an probiere ich den Verzicht aus, zumindest für eine Woche. Zum einen aus ethischer Konsequenz, zum anderen aus gesundheitlichen Gründen.

Seit einer Weile grummelt mein Bauch. Ich vermute eine Laktoseintoleranz. Die nächste Woche führt mich in eine Szene, deren Mitglieder so vielfältig sind, dass ihre einzige Gemeinsamkeit vielleicht der tierproduktfreie Kühlschrank ist. Menschenmassen drängen sich auf der Brücke, die Sonne knallt auf den Asphalt. Innen empfängt einen wohltuende Kühle. Hier muss man als Veganer nicht umständlich die Rückseiten von Produktpackungen lesen — alles kann direkt in den Korb rein.

Das Geschäft mit dem guten Gewissen brummt — gerade in gebildeten und wohlhabenden Schichten. Das ist ein gewaltiger Anstieg: Noch vor zehn Jahren seien es nur Bewusste Ernährung und Fleischverzicht kommen immer weiter im Mainstream an, sodass viele bereit sind, mehr Geld für Essen auszugeben. Aber lohnt sich das bei dem Preis auch?

Die Diskussion um zu hohe Preise gebe es so nur in Deutschland — andere Abnehmer, in Osteuropa zum Beispiel, würden sogar noch einen Aufschlag nehmen. Denn die Qualität der Produkte gebe das her. Aber kann man so noch den Ansatz verfolgen, Veganismus allen Menschen weltweit zugänglich machen zu wollen?

Veganz startete als erster veganer Supermarkt Europas. Das Konzept, alle veganen Produkte in einem Laden zu versammeln, ging durch die Decke — Veganz expandierte und betrieb bis Filialen in vielen Städten Europas. Veganz unterstützte die Ketten in ihrer veganen Findungsphase, merkte aber schnell, dass das eigene Geschäft darunter litt.

Darum strukturierte man um: Die meisten Filialen schlossen , die Berliner Standorte blieben. Der saubere, kapitalistische Veganismus — er ist nicht mehr zwangsläufig mit den Forderungen der politischen Veganer verbunden, die vor allem das Tierleid in den Vordergrund stellen.

Vegan zu sein, bedeutet heute für viele vor allem: Genuss. Und Veganismus für viele nur eine Kompensationsstrategie, um einem gesundheitsoptimierten Schönheitsideal nachzueifern? Ich wende mich an die Ernährungsexpertin Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen. Die Ursprünge des modernen Veganismus gehen auf die vegetarischen Ideen der Renaissance zurück, als Leonardo da Vinci und andere den antiken Vegetarismus von Pythagoras neu entdecken.

Zu einer tatsächlichen Bewegung wird er jedoch erst vor etwa Jahren während der Industrialisierung und der Vormärzbewegung , als sich die Bürgerbewegung vom Prunk des Adels absetzen will.

Der Veganismus entsteht etwa hundert Jahre später in England aus der calvinistisch geprägten Vegetarierbewegung heraus. Populär wird er in den 70ern. Heutzutage ist der typische Veganer jung, weiblich und gut gebildet, wie eine Studie der Uni Hamburg herausfand. Woran könnte das liegen? Ich will den Trend verstehen — und in den veganen Epizentren Berlins von Kreuzberg bis Prenzlauer Berg ist das leicht.

Szene-Aushängeschild, weil skandalberühmt, ist Attila Hildmann mit seinen Restaurants. Hildmann, 37, lebt seit seinem Lebensjahr vegan — wegen der Massentierhaltung, wie er sagt. Damit provoziert er viele — nicht nur Öko-Veganer, sondern auch die Presse. Die Pommes seien labbrig, das Personal schwitze und sei ständig am Rauchen. Was er so nicht auf sich sitzen lassen wollte. Sollten seine Burger nicht so gut wie die Fleischversion schmecken, würde er vor versammelter Mannschaft ein Steak verspeisen.

Zu dem Termin rückte er mit einem Kälbchen im Transporter, einem Küchenmesser und der Forderung an, dass jemand das Steak jedoch vorher schlachten müsse.

Das tat natürlich keiner — die PR funktionierte und die Journalisten hatten ihre Story. Man braucht sich im Geschäft eben gegenseitig. Und vor allem Kosmetika werden häufig an Tieren getestet. Nicole Wheadon bietet hier seit viele vegane Produkte an, dazu gibt es Hautbehandlungen für Männer und Frauen, einen Friseur und einen Barbier.

Der inhabergeführte Laden bietet nur Produkte nachverfolgbaren Ursprungs an. Nicole Wheadon sitzt hinter der Theke auf einem Gymnastikball. Sie beginnt mit einer Gesichtsmassage, dann folgt die eigentliche Behandlung: Ein Wasserstrahl mit einer Natriumchloridlösung, kaltes Salzwasser, das die überflüssigen Hautschüppchen wegspritzt.

Kommt hin. Holzboden und weite Glasfenster lassen das Geschäft aussehen wie ein schickes Wohnzimmer. Stattdessen verkaufen sie unter anderem Kleider aus Lyocell — eine Zellulosefaser, die aus Eukalyptusholz gewonnen wird. Ich bin auf der Suche nach Gleichgesinnten. Mal gucken. Im hinteren Teil des Restaurants sitzen bereits circa 20 Menschen an einer langen Tafel.

Sie stellen sich einander vor, witzeln oder führen tiefsinnige Gespräche. Tierleid ist für die drei mittlerweile der Hauptgrund, vegan zu sein — so wie für die meisten. Direkt vor dem U-Bahnaufgang hat sich die kleine Gruppe versammelt.

Vor sich ausgestreckt halten sie Computer. Ein Ring von Passanten hat sich um die Performance gebildet, neugierig bleiben sie stehen und blicken auf die Bildschirme. Bilder des Horrors: Videos aus Mastbetrieben und von Tierversuchen. Schweine mit abgetrennten Schwänzen, aus deren Wunden schwarzer Eiter tropft. Verstörte Affen, denen Spritzen injiziert werden.

In nur zweieinhalb Jahren entstanden etwa Ortsgruppen, die weltweit agieren und durch ihre wiedererkennbare Demonstrationsstruktur auffallen. Valentin Zech organisiert die Demos der Ortsgruppe Berlin. Wir lassen uns auf die Individuen ein und stehen nicht da, um irgendjemanden zu verurteilen.

Das will ich ausprobieren. Und höre das Gespräch einer Outreacherin mit einem Passanten mit. Die Maske wirkt wie eine Wand, der junge Mann nimmt mich nicht wahr, obwohl ich direkt vor ihm stehe.

Stattdessen blickt er auf den Laptop, den ich halte. Die Videos bewegen ihn sehr.


Vegan für Anfänger – So gelingt der Einstieg in die pflanzliche Ernährung

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Sie möchten fortan vegan leben? Oder die Lebensweise kurzzeitig ausprobieren? Mit unseren Tipps für vegane Einsteiger kein Problem. Du interessierst dich für die vegane Ernährung und fragst dich, wie du vegan werden kannst? Hier bekommst du die 10 besten Tipps für.